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14.10.05 - Taucherarztkurs II zum "Diving Medicine Physician", GTÜM

eine Fortbildung von Baromedizin (conkret)
Bericht über die Taucherarzt Fortbildung von Baromedizin zum „Diving Medicine Physician“ (GTÜM e.V.) in Norwegen vom 08. bis 14.10.2005 von Hannah Silberer

Wir sind 10 Ärzte, aus den Bereichen der Anästhesie, HNO, Arbeitsmedizin, Gynäkologie und Allgemeinmedizin, mit dabei auch zwei Ärzte aus den Druckkammerzentren Bremen und Freiburg, und wir sind angereist, um hier in Norwegen unsere Ausbildung zum Taucherarzt abzuschließen.
Der Kurs wird eröffnet durch den Leiter des Fortbildungsinstituts conkret/Baromedizin, Buc Consten. Baromedizin stellt einen Fachbereich von conkret dar und veranstaltet Aus- und Fortbildungen zum Thema Tauch- und Überdruckmedizin für medizinisches Fachpersonal (Ärzte, Rettungsdienste) und Taucher.
Nach einer Auffrischung der Themen hyperbare Physik und tauchbezogene Physiologie schildert uns Dr. Stefan Wiese, der ärztliche Leiter von conkret, präzise den Hergang eines realen Tauchunfalls, der schon im Kurs I angesprochen wurde und jetzt nachbereitet wird. Es schließt sich das Kapitel der Tauchphysiologie und hyperbarer Pathophysiologie an. Die Sauerstoffintoxikation, der Inertgaseffekt und das Phänomen des Tiefenrausches durch Stickstoff werden aufgegriffen und die Möglichkeiten erläutert, wie man nach heutigem Wissensstand in größere Tauchtiefen vordringt, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.
Tag 2:
Möglichen Ursachen von tödlichen Tauchunfällen werden erörtert. Wir erarbeiten die GTÜM – Leitlinie zur Tauchunfallbehandlung, wobei die Unterrichtsgestaltung durch praktische Beispiele die Zeit nur so verfliegen lässt. Neben dem Airway-Management und der Sauerstoffgabe erarbeitet Sabine Maigatter mit uns gemeinsam die wichtigsten Kenntnisse zu Medikamenten unter hyperbaren Bedingungen. Im Anschluss an das Tagesprogramm folgt optional, eine interessante Einführung in "nautische Navigation".
Tag 3:
Während wir am Morgen die chronisch dysbaren Erkrankungen besprechen, werden wir von einer (gestellten) Notfalllage überrascht. Wir begreifen, dass jetzt mit allen vor Ort gegebenen Möglichkeiten der Ernstfall geprobt werden muss: Absetzen eines Notrufes, ALS-Maßnahmen und wo war hier noch mal der ‚Defi’ und alles natürlich streng nach den Richtlinien des ERC. Neben der spannend gestalteten Theorie, werden wir immer wieder von spontanen Notfallszenarien überrascht, die wir im Team bewältigen müssen.
Tag 4:
Nach dem wir vorher einen Explorationstauchgang berechnet haben, werden zwei erfahrene technische Taucher nun einen 70 m Tauchgang zu dem Wrack der Seattle durchführen, begleitet von zwei Supporttauchern und angehenden Taucherärzten. Letztere stehen als Surface Support an Bord des Schiffes, welches das Team zur Boje des Wracks raus fährt, bereit. Da wir im Vorfeld auch die essentiellen Punkte der Frage "wie verhalte ich mich an Bord, wenn ich als Arzt zu einem Tauchunfall gerufen werde" erörtert haben, fühlen wir uns gewappnet.Der Tauchgang ist für alle ein Erlebnis und für die, die "unten" nicht dabei waren, wird Abends, nach dem Essen unserer selbst gefangenen Fische, der Zusammenschnitt des Tauchgangs gezeigt und das Ereignis des Tages in lockerer, aber konzentrierter Runde nachbereitet.   
Tag 5:
Heute wird die Organisation von Druckkammerzentren, inklusive der notwendigen Ausbildung für das dort benötigte Assistenzpersonal besprochen. Mittags machen wir gemeinsam einen Tauchgang zu einem 20 Autominuten entfernten Wrack aus dem 2. Weltkrieg. Nach dem ausgedehnten Mittag startet der Unterricht mit dem Thema Tauchtauglichkeit, die anhand von Fallbeispielen in und mit der Gruppe diskutiert werden.
Tag 6:
Es werden der Aufbau und die Funktion der notwendigen Diagnose-, Therapie- und Überwachungsgeräte erläutert. Besonders wird hierbei auf die Brandgefahr eingegangen und die Beschleunigung der Brandgeschwindigkeit durch Sauerstoff unter hyperbaren Bedingungen eindrucksvoll demonstriert.
Tag 7:
Die Abschlussklausur erfolgt am letzten Kurstag und schließt den theoretischen Teil ab. Durch Einreichen der Unterlagen über die erfolgreiche Teilnahme an diesem Kurs II und des Kurses I zum „Medical Examiner of Divers“, sowie des Nachweises über die praktische Erfahrung und Tätigkeit im Bereich Notfallmedizin, bei der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin, können wir nun das Diplom zum „Taucherarzt“ / „Diving Medicine Physician“ nach den Richtlinien der GTÜM e. V. beantragen.
Und dann kam die Ruderregatta der drei legendären Teams....
Auch der Kursteil II von Baromedizin hat gezeigt, dass fachlich erstklassige Fortbildungen richtig viel Spaß machen können.

Autorin: Dr. med. Hannah Silberer (Uniklinikum Hamburg Eppendorf)

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Fax: 0241 - 900 7924
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